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Ofenkacheln als Spiegel der Kultur Geisenfeld (zur) Über 700 Jahre haben die ältesten unter ihnen überdauert und heute geben sie ein lebendiges Bild der Kunstfertigkeit und des Lebensstils vergangener Zeiten wider: Die historischen Ofenkacheln aus der Sammlung, die Marianne Heimbucher nun in einer Ausstellung präsentiert. Die Exponate werden am 11. Juni erstmals zu sehen sein - im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Feier der ersten urkundlichen Erwähnung des Marktes Geisenfeld vor 700 Jahren. Mit der Vernissage um 20 Uhr wird zum gleichen Zeitpunkt auch die Fotoschau "Geisenfeld gestern und heute" eröffnet. Ihre ersten Funde machte Marianne Heimbucher, an ihrem Heimatort als Hobbyarchäologin bestens bekannt, vor etwa 20 Jahren. Die gelernte Kirchenmalerin (in vierter Generation) vor der, wie sie scherzhaft gesteht "keine Baugrube sicher ist", hat im Laufe der Zeit zahlreiche für die Dokumentation der Geschichte des Ortes wichtige Funde gemacht, die sie jeweils akribisch dokumentiert und fachgerecht restauriert. Für ihre ehrenamtliche Arbeit wurde sie gemeinsam mit ihrem Vater Max, der ihr mit der gleichen Begeisterung für die Vergangenheit zur Seite steht, von der Stadt Geisenfeld geehrt. Auch mit der Umsetzung des Spezialthemas "Ofenkacheln" leiste sie einen "wertvollen Beitrag zum Jubiläumsprogramm" betont Bürgermeister Christian Staudter. Hunderte von Stunden hat die Restauratorin, die sechs Jahre lang beim Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege tätig war, in die Wiederherstellung und Dokumentation ihrer unterschiedlichen Funde investiert. Das Ergebnis ihrer Arbeit belegt nicht nur eine durchgehende Besiedelung des Stadtkerns von Geisenfeld seit der späten Merowingerzeit im 7. Jahrhundert nach Christus. Gerade die Ofenkacheln, die zum Teil aus der Zeit um 1250 nach Christus stammen, zeigen anschaulich auch die handwerkliche Kunstfertigkeit früherer Generationen. Darüber hinaus sind sie ein Spiegel der Wohnkultur vergangener Jahrhunderte. Der Kachelofen, so ist dem Begleitkatalog zur Ausstellung zu entnehmen, erwies sich als idealer Nachfolger des offenen Kamins, weil er das Heizen sowie das Trockenen von Wäsche und Lebensmitteln ohne die störende Rauchentwicklung ermöglichte. Zudem gelang es mit dessen mehrteiliger Konstruktion (gemauerter Sockel, Feuerkasten, Oberofen) gleichmäßig und Holz sparend Wärme im Raum zu verteilen. Für eine positive Energiebilanz sorgten dabei auch die Kacheln, die zunächst als becherförmige Näpfe die Oberfläche der Öfen vergrößerten. Spätestens mit der Einführung der Blattkacheln, die mit der Hilfe von Tonmodeln hergestellt wurden, hielt um 1500 auch im süddeutschen Raum die künstlerische Note Einzug in die gute Stube. Von der Kunstfertigkeit ihrer Schöpfer zeugt unter anderem der frühbarocke Kachelofen des Pfarrhofs in Geisenfeld, der personifizierte Darstellungen der Erdteile enthält - etwa die Darstellung Afrikas in Gestalt einer Nackten, die auf einem Krokodil reitet. Diese wurden laut Harald Rosmanitz von Georg Frentzel nach Gemälden des Antwerpener Malers Marten de Vos zwischen 1640 und 1700 angefertigt. Fasziniert von dem Prachtofen und der reichhaltigen Sammlung Marianne Heimbuchers will der bekannte Keramikexperte sich in den nächsten Wochen vor Ort ein Bild machen. Von Magdalena Zurek
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09.06.2011
Geisenfeld (GZ) Bilder, Skulpturen und Fotografien aus 135 Jahren zeigen eindrücklich, dass in den Adern der Familie Heimbucher seit Generationen „Künstlerblut“ fließt. Einige der teils witzigen Exponate sind derzeit im Klosterstock der ehemaligen Benediktinerinnen-Abtei zu sehen. Dicht gedrängt standen die Gäste schon bei der Vernissage am Pfingswochenende um die Bildwände, im Laufe des Wochendes waren es über 500 Besucher auch aus der weiteren Umgebung. So manches Motiv löste bei der älteren Generation Erinnerungen an die "gute alte Zeit" aus. Die Hüteeichen in der Nöttinger Viehweide etwa, die Max I. Heimbucher (1850 - 1937) in Öl auf Karton bannte. Oder die Darstellung der Nöttinger Straße aus dem Jahre 1920, als dies noch eine richtige Allee war. Noch heute in Stein gemeißelt am Mitterbachl zu bewundern ist das von ihm entworfene Denkmal für Georg Ritter von Besnard. Nachfolger Max II. Heimbucher (1898 - 1989) beweist sich mit einer realistischen Schädelstudie in Bleistift als talentierter Zeichner. Seine Jugendstilstudien und die detailgetreuen Kopien russischer Ikonen aus dem 13. / 14. Jahrhundert (temperamalerei mit Polimentvergoldung) beweisen mehr als rein handwerkliches Geschick. Josef Heimbucher (1882 bis 1973) indes beeindruckt mit Kohlezeichnungen, wie der eines Details vom Grabmal der Medici oder Graumalereien von römischen Figuren. Max III. (geboren 1932), ebenso wie seine Tochter Marianne (Jahrgang 1966) Kulturpreisträger der Stadt Geisenfeld, bereichert die Ausstellung unter anderem mit colorierten Federzeichnungen (Ritter) und einer mittels Tempera auf Papier gebannten Elster, die lebensechter nicht wirken könnte. Sohn Max IV. (geboren 1968) hat sich der Kunst des Lackierens verschrieben, in der er auch den Meistertitel trägt. Unikatrahmen für Werke von Klimt oder Hundertwasser sind seine Spezialität. Marianne Heimbucher, gelernte Kirchenmalerin und Expertin der örtlichen Frühgeschichte, hat sich ebenfalls im Bereich der Unikatrahmen Rosina Wachtmeister als „Patin“ ausgesucht. Ihre „Nasen“ und der glänzende Popo mit dem Titel „Goldene Zeiten“ lassen hingegen die humoristische Ader des Clans aufblitzen. Deren bestes Beispiel ist die „Heilige Familie“ – in die Kopie des Originals, das Rogier van der Wejden im 15. Jahrhundert malte, „schmuggelte“ Opa Max die Konterfeis seiner Liebsten. Während er selber bescheiden als Beobachter an der Krippe steht, die Oma gleich daneben, gesteht er Sohn Max die Rolle eines Königs zu. Die Schwiegertochter wird zur Maria und das Jesuskind ist zunächst Enkelin Marianne vorbehalten. Nach der Geburt des Enkelsohnes wird sie mit dessen Köpfchen übermalt und darf neben dem Heiland stehen. Sogar Familienhund Spitz ist auf dem Bild verewigt. Kulturreferentin Henriette Staudter dankte der Familie Heimbucher dafür, dass sie „über Generationen hinweg Geisenfeld mit ihren Kunstwerken verschönert hat“. Ein augenzwinkerndes „Vergelt’s Gott“ ging auch an Maria Stark vom Bürgerring, die sich „hartnäckig“ dafür eingesetzt hatte, dass die Exponate einmal einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Stellvertretend für die ganze kreative Familie durfte Max Heimbucher senior einen Porzellan-Löwen aus den Händen des Bürgermeisters in Empfang nehmen. Und als besondere Überraschung hatte Ludwig Sommerer noch einige Informationen zum Maler-Haus in der heutigen Maximilianstraße parat. Geöffnet ist die Ausstellung nochmals am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr."HEILIGE FAMILIE" MIT SPITZ
Von Maggie Zurek
IZ-INB-Nachrichten DEN GERUCH VON ERDE IN DER NASE
Geisenfeld (jbe) Geht s no nei, und wenn wer was sagt, dann sagt s, i hob eich g schickt. Genauso erinnerten sich die Ehrengäste und Besucher an das Geisenfelder Original, den verstorbenen Altbürgermeister Max Steinberger. Wie sein amtierender Bürgermeisterkollege Christian Staudter, unterstützte Steinberger jahrelang die archäologischen Umtriebe von Max und Marianne Heimbucher in Wort und Tat und setzte sich oftmals ein, wenn es auf den zu untersuchenden Baustellen mal nicht so gut klappte. Für ihre Verdienste um die Geschichte der Stadt wurden die beiden Geisenfelder am vergangenen Mittwochabend mit dem Kulturpreis 2010 ausgezeichnet. Selbst die widrigen Wetterverhältnisse mit ihrem wahren Schneechaos auf den Autobahnen, konnte die zahlreichen Gäste nicht davon abhalten, der Ehrung beizuwohnen. Lediglich bei der musikalischen Umrahmung bedurfte es an diesem Winterabend ein wenig der Improvistationskunst, denn zwei Musiker der Gruppe Blechspielzeug hatten es nicht ins Rathaus schaffen können. Spontan sorgten die Bläser der Danzlmusi für die musikalische Unterhaltung. Bereits zum sechsten Mal verlieh die Stadt den ehrenvollen Kulturpreis. War der Preis im letzten Jahr an die Stadtkapelle für ihre Verdienste um die bayerische Musik gegangen, so wurden die diesjähren Preisträger für ihr archäologisches und auch künstlerisches Engagement geehrt. In einer Präsentation führte die Kulturreferentin der Stadt, Henriette Staudter, die Gründe in Wort und Bild an, warum die Heimbuchers dieser Ehre zuteil werden sollten: Heimatforschung der Heimbuchers Max Heimbucher, selbst Malermeister in dritter Generation, brachte seiner Tochter nicht nur die Handwerkskunst der Malerei bei, sondern vererbte darüber hinaus seine Leidenschaft zur Archäologie und Heimatforschung an sie. Seit ihrer Kindheit, so gibt Marianne Heimbucher an, interessierte sie sich bereits für Geschichte und Kunst. Was hätte da näher gelegen, als sich auf das Gebiet der Restauration von Kunstgegenständen zu spezialisieren. Um sich diesen Traum zu erfüllen machte Marianne Heimbucher eine Ausbildung zur Kirchenmalerin. Über ein Jahrzehnt machte sich die kunstliebende Geisenfelderin einen Namen als Fachfrau für diese Sparte, bis sich dann, endlich im Jahr 1996 die Möglichkeit für sie ergab, zumindest ehrenamtlich für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege tätig zu werden. Besonders archäologische Keramik restaurierte Marianne Heimbucher in dieser Zeit. Wer sich so eingehend mit Kunst beschäftigt, der kommt früher oder später wohl selbst dazu, Künstler zu werden so auch Marianne Heimbucher. Sie entdeckte ihre Liebe vor allem zu den Gemälden der Künstlerin Rosina Wachtmeister, deren farbenfrohe Katzenbilder wohl jedem ein Begriff sein dürften. Für diese und andere Bilder begann die gelernte Kirchenmalerin kunstvolle Unikat-Rahmen zu schaffen. Aufwendig durch Polimentvergoldung verziert, sind die Rahmen alleine schon eine Schau wert. Ausstellungen in der ganzen Region mussten da selbstverständlich folgen. 2002 beendete die Künstlerin schließlich ihre Tätigkeit für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und ist seitdem nicht nur freischaffend tätig, sondern auch bei der Firma Romana, Restaurierung und Kunst in Nassenfels beschäftigt, die sich unter anderem auf das Anfertigen von Repliken für Museen spezialisiert hat. Geisenfelder Funde Den bedeutenden Scherben- und Skelettfunden von Max und Marianne Heimbucher wurden bereits im vergangenen Jahr im neuen Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt drei Aufsätze gewidmet. Wörtlich heißt es in der Veröffentlichung: Ohne ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement wären die Grundlagen für diese drei Publikationen nie zustande gekommen und die daraus erzielten neuen Erkenntnisse zur frühen Besiedlungsgeschichte Geisenfelds nie gewonnen worden. Gut in Erinnerung ist vielen Geschichtsinteressierten auch noch die Keramik- und Eisenfunde der beiden Laienforscher bei den Ausgrabungen auf dem ehemaligen Gelände der Fuchsbüchler-Brauerei. Marianne Heimbucher war darüber hinaus maßgeblich auch an den Ausgrabungen bei Ilmendorf beteiligt. In seiner Laudatio wies Karl Heinz Rieder, der ehemalige Mentor Marianne Heimbuchers, nochmals auf die Qualifikation der Kirchenmalerin auch auf dem Gebiet der Archäologie hin und wie akribisch sich Vater und Tochter die nötige Sachkenntnis über die Jahre und Jahrzehnte aneigneten. Der Archäologe zog seinen Hut vor so großer Heimatverbundenheit und dem Streben der Heimbuchers nach einer Erinnerungskultur der Spitzenklasse. Marianne Heimbucher nahm sichtlich gerührt den Preis der Stadt entgegen. In ihrer Dankesrede bedachte sie Dr. Matthias Fleige und Bernd Teich für die Mithilfe bei Fundbergungen sowie Dr.Gerd Riedel vom Stadtmuseum Ingolstadt für die wissenschaftliche Weiterbearbeitung der Funde. Rieder dankte sie besonders dafür, dass er es ihr ermöglichte sechs Jahre beim Landesamt für Denkmalpflege zu arbeiten und das wichtige, archäologische Wissen vermittelte, das unumgänglich zur Leidenschaft dazugehörte. Ein Dankeswort richtete Marianne Heimbucher zuletzt auch an Richard Kürzinger aus Kösching für die Mithilfe bei Grabungen und Archivforschung. Für die Erforschung der Geisenfelder Hafnergeschichte ist er genauso unentbehrlich gewesen wie Ludwig Sommerer, so die neue Kulturpreisträgerin. Auf weitere Projekte auf archäologischem, aber auch künstlerischen Gebiet können die Geisenfelder und alle Kunst- und Geschichtsliebhaber gespannt sein.
GEISENFELDER KULTURPREIS 2010 AN MARIANNE UND MAX HEIMBUCHER VERLIEHEN
08.12.2010 13:01
Kulturpreis für Marianne und Max Heimbucher
Die beiden Preisträger haben mit ihren Grabungen und der Restaurierung von Funden wesentlich zur Geschichtsfindung an ihrem Heimatort Geisenfeld beigetragen“, würdigte stellvertretender Landrat Franz Rothmeier das ehrenamtliche Engagement von Marianne und Max Heimbucher, die einer seit 1876 in Geisenfeld sesshaften Familie entstammen. Mit einer Präsentation auf Leinwand machten Bürgermeister Christian Staudter und Kulturreferentin Henriette Staudter deutlich, warum das Votum für Vater und Tochter Heimbucher als sechste Träger des Preises in Kulturausschuss und Stadtrat einstimmig ausgefallen war. Max Heimbucher, 1947 geboren und in dritter Generation Malermeister sowie seine zur Kirchenmalerin ausgebildete Tochter Marianne verbrachten unzählige Stunden bei Ausgrabungen im Stadtgebiet und förderten zum Teil sensationelle Funde zutage. Skelette und Keramiken brachten, von namhaften Fachleuten analysiert, wertvolle Hinweise auf die Geschichte Geisenfelds - nachzulesen im „Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 117. Jahrgang, 2008.
Das Urteil der Autoren: „Ohne ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement wären zahlreiche neue Erkenntnisse zur Besiedelungsgeschichte Geisenfelds nie gewonnen worden“. Dr. Karl Heinz Riederer, Archäologe und einst Mentor von Marianne Heimbucher, meldete sich mit einer launigen Laudatio zu Wort. Marianne gelte dank ihrer Hingabe und ihrem Tempo in diesem Metier als „ICE“, habe als Hobbyarchäologin den „Geruch von Erde“ in der Nase und werde stets fündig. Ihr Motiv, ebenso wie das ihres Vaters, hartnäckig für die Erinnerungskultur zu kämpfen: die Liebe zur Heimat. Gerührt über die große Ehre, den Kulturpreis 2010 zu erhalten, dankte Marianne Heimbucher auch im Namen ihres Vaters der Stadt Geisenfeld, ihrem Mentor Riederer und den unzähligen Menschen, die sie bei Grabungen unterstützt haben. Allen voran der verstorbene Altbürgermeister Max Steinberger, der ihre „archäologischen Umtriebe“ von Beginn an gefördert hat.
http://www.hallertau.info/?StoryID=45&newsid=65317
Geisenfeld, 03.12.2010 (hpb/ala)
Archäologischer Verein im Landkreis Freising e.V., November2009

http://www.archaeologischer-verein-lkr-freising.de/ue_a_grab.htm
Stadt Geisenfeld, März 2009
http://www.geisenfeld.de/index.php?id=1654,198
http://www.naudhiz.info/Revision/Holledauer_Bote/Eintraege/2008/1/4_Keramik-_und_Eisenfunde_um_Geisenfeld.html
ARBEITSKREIS NAUDHIZ e.V., Januar 2008
http://www.kunstforum-geisenfeld.de/index.htm






