Archäologische Restaurierung

Restaurierung!

Nach sechsjähriger Tätigkeit beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege biete ich auch die Restaurierung archäologischer Keramik (Reinigung, Klebung, Ergänzung, Kolorierung) an.

Archäologische Restaurierung Galerie

Bronzezeitliches Vorratsgefäß aus Freising
Bronzezeitliches Vorratsgefäß während der Restaurierung
Mittelalterliche Kannen aus Geisenfeld
Mittelalterlicher Gefäßkomplex aus Geisenfeld
Reliefverzierte Blattkachel aus Schillwitzried vor der Restaurierung
Reliefverzierte Blattkachel, restauriert, Schillwitzried
Blattkachel mit Fischweibchenmotiv aus Geisenfeld
Tasse Frühe Bronzezeit, Engelbrechtsmünster
Klosterbräu Ausgrabung

Schädelrestaurierung

An einem antiken, zerlegbaren anatomischen Lehrschädel aus der Praxis Dr. Matthias Fleige mußten neben kleineren Fehlstellen der Jochbogen, das Scheitelbein, ein Teil der Schädelkalotte, der Warzenfortsatz sowie das Nasenbein und die Nasenscheidewand rekonstruiert werden. Diese Ergänzungen wurden mit einer mit Farbpigmenten eingefärbten Modelliermasse vorgenommen, wie sie auch in der Keramikrestaurierung Verwendung findet. Durch die abschließende, der originalen Knochensubstanz entsprechende Colorierung sind diese Ergänzungen praktisch nicht mehr erkennbar.

Restaurierung eines Grabinventares

Restaurierung eines Grabinventares der jüngeren Urnenfelderzeit aus dem Gewerbegebiet Geisenfeld-Ilmendorf, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm


Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist im Mündungsdelta der Ilm in das Donautal im Geisenfelder Ortsteil Ilmendorf ein größeres Grabhügelfeld bekannt. Ende der 70er Jahre konnte der Luftbildarchäologe Otto Braasch feststellen, daß es noch eine wesentlich größere Ausdehnung als bisher angenommen besitzt. Durch die Ausweisung eines Gewerbegebietes durch die Stadt Geisenfeld wurden archäologische Untersuchungen unter Aufsicht durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege notwendig, wobei.ca. 100 Grabstätten dokumentiert und ausgegraben wurden. Ein Teil der Grabinventare wurde im Anschluß daran von mir gesichtet, konserviert und je nach Erhaltungszustand restauriert. Anhand eines ausgewählten Inventares soll hier näher auf die Restaurierung eingegangen werden.

 

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Kulturpreis der Stadt Geisenfeld

Kulturpreis für Marianne und Max Heimbucher

Die beiden Preisträger haben mit ihren Grabungen und der Restaurierung von Funden wesentlich zur Geschichtsfindung an ihrem Heimatort Geisenfeld beigetragen“, würdigte stellvertretender Landrat Franz Rothmeier das ehrenamtliche Engagement von Marianne und Max Heimbucher, die einer seit 1876 in Geisenfeld sesshaften Familie entstammen. Mit einer Präsentation auf Leinwand machten Bürgermeister Christian Staudter und Kulturreferentin Henriette Staudter deutlich, warum das Votum für Vater und Tochter Heimbucher als sechste Träger des Preises in Kulturausschuss und Stadtrat einstimmig ausgefallen war. Max Heimbucher, 1947 geboren und in dritter Generation Malermeister sowie seine zur Kirchenmalerin ausgebildete Tochter Marianne verbrachten unzählige Stunden bei Ausgrabungen im Stadtgebiet und förderten zum Teil sensationelle Funde zutage. Skelette und Keramiken brachten, von namhaften Fachleuten analysiert, wertvolle Hinweise auf die Geschichte Geisenfelds - nachzulesen im „Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 117. Jahrgang, 2008.

Das Urteil der Autoren: „Ohne ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement wären zahlreiche neue Erkenntnisse zur Besiedelungsgeschichte Geisenfelds nie gewonnen worden“. Dr. Karl Heinz Riederer, Archäologe und einst Mentor von Marianne Heimbucher, meldete sich mit einer launigen Laudatio zu Wort. Marianne gelte dank ihrer Hingabe und ihrem Tempo in diesem Metier als „ICE“, habe als Hobbyarchäologin den „Geruch von Erde“ in der Nase und werde stets fündig. Ihr Motiv, ebenso wie das ihres Vaters, hartnäckig für die Erinnerungskultur zu kämpfen: die Liebe zur Heimat. Gerührt über die große Ehre, den Kulturpreis 2010 zu erhalten, dankte Marianne Heimbucher auch im Namen ihres Vaters der Stadt Geisenfeld, ihrem Mentor Riederer und den unzähligen Menschen, die sie bei Grabungen unterstützt haben. Allen voran der verstorbene Altbürgermeister Max Steinberger, der ihre „archäologischen Umtriebe“ von Beginn an gefördert

http://www.hallertau.info/?StoryID=45&newsid=65317
Geisenfeld, 03.12.2010 (hpb/ala)

 

IZ-INB-Nachrichten

Den Geruch von Erde in der Nase

Geisenfelder Kulturpreis 2010 an Marianne und Max Heimbucher verliehen

Geisenfeld (jbe) Geht s no nei, und wenn wer was sagt, dann sagt s, i hob eich g schickt. Genauso erinnerten sich die Ehrengäste und Besucher an das Geisenfelder Original, den verstorbenen Altbürgermeister Max Steinberger. Wie sein amtierender Bürgermeisterkollege Christian Staudter, unterstützte Steinberger jahrelang die archäologischen Umtriebe von Max und Marianne Heimbucher in Wort und Tat und setzte sich oftmals ein, wenn es auf den zu untersuchenden Baustellen mal nicht so gut klappte. Für ihre Verdienste um die Geschichte der Stadt wurden die beiden Geisenfelder am vergangenen Mittwochabend mit dem Kulturpreis 2010 ausgezeichnet. Selbst die widrigen Wetterverhältnisse mit ihrem wahren Schneechaos auf den Autobahnen, konnte die zahlreichen Gäste nicht davon abhalten, der Ehrung beizuwohnen. Lediglich bei der musikalischen Umrahmung bedurfte es an diesem Winterabend ein wenig der Improvistationskunst, denn zwei Musiker der Gruppe Blechspielzeug hatten es nicht ins Rathaus schaffen können. Spontan sorgten die Bläser der Danzlmusi für die musikalische Unterhaltung. Bereits zum sechsten Mal verlieh die Stadt den ehrenvollen Kulturpreis. War der Preis im letzten Jahr an die Stadtkapelle für ihre Verdienste um die bayerische Musik gegangen, so wurden die diesjähren Preisträger für ihr archäologisches und auch künstlerisches Engagement geehrt. In einer Präsentation führte die Kulturreferentin der Stadt, Henriette Staudter, die Gründe in Wort und Bild an, warum die Heimbuchers dieser Ehre zuteil werden sollten:

Heimatforschung der Heimbuchers Max Heimbucher, selbst Malermeister in dritter Generation, brachte seiner Tochter nicht nur die Handwerkskunst der Malerei bei, sondern vererbte darüber hinaus seine Leidenschaft zur Archäologie und Heimatforschung an sie. Seit ihrer Kindheit, so gibt Marianne Heimbucher an, interessierte sie sich bereits für Geschichte und Kunst. Was hätte da näher gelegen, als sich auf das Gebiet der Restauration von Kunstgegenständen zu spezialisieren. Um sich diesen Traum zu erfüllen machte Marianne Heimbucher eine Ausbildung zur Kirchenmalerin. Über ein Jahrzehnt machte sich die kunstliebende Geisenfelderin einen Namen als Fachfrau für diese Sparte, bis sich dann, endlich im Jahr 1996 die Möglichkeit für sie ergab, zumindest ehrenamtlich für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege tätig zu werden. Besonders archäologische Keramik restaurierte Marianne Heimbucher in dieser Zeit. Wer sich so eingehend mit Kunst beschäftigt, der kommt früher oder später wohl selbst dazu, Künstler zu werden so auch Marianne Heimbucher. Sie entdeckte ihre Liebe vor allem zu den Gemälden der Künstlerin Rosina Wachtmeister, deren farbenfrohe Katzenbilder wohl jedem ein Begriff sein dürften. Für diese und andere Bilder begann die gelernte Kirchenmalerin kunstvolle Unikat-Rahmen zu schaffen. Aufwendig durch Polimentvergoldung verziert, sind die Rahmen alleine schon eine Schau wert. Ausstellungen in der ganzen Region mussten da selbstverständlich folgen. 2002 beendete die Künstlerin schließlich ihre Tätigkeit für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und ist seitdem nicht nur freischaffend tätig, sondern auch bei der Firma Romana, Restaurierung und Kunst in Nassenfels beschäftigt, die sich unter anderem auf das Anfertigen von Repliken für Museen spezialisiert hat.

Geisenfelder Funde Den bedeutenden Scherben- und Skelettfunden von Max und Marianne Heimbucher wurden bereits im vergangenen Jahr im neuen Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt drei Aufsätze gewidmet. Wörtlich heißt es in der Veröffentlichung: Ohne ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement wären die Grundlagen für diese drei Publikationen nie zustande gekommen und die daraus erzielten neuen Erkenntnisse zur frühen Besiedlungsgeschichte Geisenfelds nie gewonnen worden. Gut in Erinnerung ist vielen Geschichtsinteressierten auch noch die Keramik- und Eisenfunde der beiden Laienforscher bei den Ausgrabungen auf dem ehemaligen Gelände der Fuchsbüchler-Brauerei. Marianne Heimbucher war darüber hinaus maßgeblich auch an den Ausgrabungen bei Ilmendorf beteiligt. In seiner Laudatio wies Karl Heinz Rieder, der ehemalige Mentor Marianne Heimbuchers, nochmals auf die Qualifikation der Kirchenmalerin auch auf dem Gebiet der Archäologie hin und wie akribisch sich Vater und Tochter die nötige Sachkenntnis über die Jahre und Jahrzehnte aneigneten. Der Archäologe zog seinen Hut vor so großer Heimatverbundenheit und dem Streben der Heimbuchers nach einer Erinnerungskultur der Spitzenklasse. Marianne Heimbucher nahm sichtlich gerührt den Preis der Stadt entgegen. In ihrer Dankesrede bedachte sie Dr. Matthias Fleige und Bernd Teich für die Mithilfe bei Fundbergungen sowie Dr.Gerd Riedel vom Stadtmuseum Ingolstadt für die wissenschaftliche Weiterbearbeitung der Funde. Rieder dankte sie besonders dafür, dass er es ihr ermöglichte sechs Jahre beim Landesamt für Denkmalpflege zu arbeiten und das wichtige, archäologische Wissen vermittelte, das unumgänglich zur Leidenschaft dazugehörte. Ein Dankeswort richtete Marianne Heimbucher zuletzt auch an Richard Kürzinger aus Kösching für die Mithilfe bei Grabungen und Archivforschung. Für die Erforschung der Geisenfelder Hafnergeschichte ist er genauso unentbehrlich gewesen wie Ludwig Sommerer, so die neue Kulturpreisträgerin. Auf weitere Projekte auf archäologischem, aber auch künstlerischen Gebiet können die Geisenfelder und alle Kunst- und Geschichtsliebhaber gespannt sein.

08.12.2010